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Die Nationalmannschaften

Regelmäßig ist TOUCH Deutschland auch bei internationalen Turnieren mit Nationalmannschaften vertreten. Es gibt Frauen- sowie Männerteams und Mixed-Teams.

 Ermittelt werden die Nationalmannschaften aus den Teams unserer Clubs. In jährlich vor den großen Events stattfindenden Trainingscamps wird festgelegt wer für welche Mannschaft spielen darf. Es gibt bereits ein paar regelmäßige und erfahrene Spieler. Wir geben uns jedoch immer Mühe, den "Nachwuchs" dadurch zu fördern, dass wir neue Spieler mit in die Mannschaften aufnehmen. Vor jedem Turnier wird durch ein festgelegtes Auswahl-Team ausgewählt und überlegt, welche Spielerfähigkeiten in welchem Team am besten zum Tragen kommen.

Europameisterschaften 2008

Vom 10.-13. Juli 2008 fanden in Massy / Frankreich (Nähe Paris) die 7. Europäischen TOUCH-Meisterschaften statt. Nach zahlreichen Trainingscamps und intensiver Vorbereitung trafen sich die deutschen Teams am Donnerstag, den 10.7. im Hotel nahe des Veranstaltungsortes. Die SpielerInnen der Damen- und Herrenmannschaft sowie des Mixed Teams bereiteten sich am Nachmittag auf die sportliche Herausforderung vor: es wurde viel Wasser, Obst und vor allem Toastbrot und Marmelade gekauft. Damit waren die letzten Vorbereitungen für die kommenden Tage getroffen und jeder konnte sich auf die bevorstehende Eröffnungsfeier vorbereiten. Die deutschen Teams trafen sich in einheitlicher Sportmontur auf dem Sportgelände. Nachdem die Spielerausweise verteilt und die letzten organisatorischen Fragen beantwortet waren, konnte es losgehen. Bei der deutschen Nationalhymne präsentierten die 42 Teammitglieder stolz die Fahne und marschierten ins Stadion ein. Danach ging es nach einem Pasta-Dinner bald ins Bett, denn die Damenmannschaft musste schon früh aufstehen, um für das erste Spiel gegen Frankreich um 8.00 Uhr fit zu sein.

Während die Damen beim ersten Spiel eine hervorragende Leistung zeigten, wurden Sie auf der Tribüne von den beiden weiteren Deutschland-Teams kräftig angefeuert. Danach musste zunächst das Mixed Team gegen die Schweiz antreten, und am späten Vormittag hatten dann die Herren ihr erstes Spiel gegen die Favoriten des Turniers, Wales. Obwohl die Teamstärke und der Siegeswille in allen Teams zu spüren war, gelang weder dem Mixed noch dem Herren Team ein Sieg. Auch in dem zweiten Spiel waren diese beiden Teams ihren Gegnern unterlegen. Die Damen konnten durch Ihre Schnelligkeit und Ausdauer am Tagesende zwei Siege von drei Spielen vorweisen. Wenn die Teams nicht gerade auf dem Spielfeld aktiv waren oder die anderen Deutschland-Teams anfeuerten, wurden die SpielerInnen entweder von den mitgereisten Physiotherapeutinnen versorgt, oder man füllte mit Toastbrot und Marmelade verbrauchtendie Energiereserven auf. Die Stimmung war sehr gut, und trotz der verlorenen Spiele konnte man sehen, dass jeder stolz war, bei diesem internationalen Ereignis dabei zu sein und Deutschland vertreten zu dürfen. Auch das Netzwerken kam nicht zu kurz. Wenn man sich nicht gerade mit den eigenen Mannschaftskollegen oder den anderen Mitgliedern des Deutschland-Teams unterhielt, sprachen die meisten mit Spielern anderer Mannschaften. Am Abend stand wieder aktives "Teambuidling" auf dem Programm - nicht umsonst ist Touch Rugby neben der sportlichen Aktivität wegen seines hohen "Socializing" bei den SpielernInnen so beliebt!


Am Samstag konnten man bereits die ersten müden und Muskelkater geplagten Gesichter sehen. Aber die Spieler waren tapfer und zeigten weiterhin großen Einsatz - schließlich hatte sich niemand umsonst auf dieses große Ereignis vorbereiten wollen. Während in den ersten Tagen die Mannschaften noch etwas aufgeregt und schüchtern aufeinander zugegangen waren, konnte man das wachsende Wir-Gefühl immer mehr sehen und spüren. Ob durch Gespräche, warmlaufen oder das Warten vor der Massage-Liege, es gab immer einen Grund mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Spielerisch glänzte die Damenmannschaft auch am Samstag wieder. Bei den Männer- und Mixed Team hingegen zeigte sich auch am zweiten Tag, dass die gegnerischen Mannschaften überlegen waren. Die Herrenmannschaft dominierte gegen die Schweiz zwar im Spielverlauf, aufgrund von einer fragwürden Schiedsrichterentscheidung wurde jedoch der letzte Try nicht anerkannt, so dass das Spiel unentschieden endete.
Aber statt aufzugeben und sich demotivieren zu lassen wurde weitergekämpft und Siegeswille gezeigt! Ob beim konzentrierten Warmlaufen, oder beim individuellen Teamruf, bei dem alle Spieler des jeweiligen Teams kurz vor dem Spiel zusammen kommen und ihr festgelegtes Team-Motto gemeinsam rufen - jeder Spieler wollte das Beste geben und seine Team-Kollegen nicht enttäuschen. Machte jemand einen Fehler während des Spiels wurde nicht etwa geschimpft - nein, alle rannten noch schneller und eifriger um die verpasste Chance wieder aufzuholen! Diese tolle Stimmung setzte sich auch an den Abenden fort: es war schnell ein großer Balkon gefunden, auf dem sich alle Spieler abends trafen, um sich außerhalb vom Spielfeld auszutauschen und miteinander Spass zu haben. So wurde schnell klar - auch wenn wir nicht als Europameister der Spiele nach Hause fahren sollten - so würden die deutschen Mannschaften doch auch euromeisterhafte Stärken beweisen - und zwar im Feiern!

Der Sonntag war nicht nur der Tag der letzten Spiele und der Endspieler der besten Mannschaften. Am Vormittag hatte das Männerteam auch die Möglichkeit, gegen eine der besten europäischen Mannschaften außerhalb des Turniers anzutreten. Die Colonials nahmen zwar außerhalb der EM teil, aber es war für jede Mannschaft eine große Ehre, gegen so gute Spieler antreten zu dürfen. Um mit dem bestmöglichen deutschen Team anzutreten, wurden die Männer Herrenmannschaft von den Männern des Mixed-Teams unterstützt. Einzige Bedingung, die die Colonials vor Spielbeginn stellten war, dass das gegnerische Team in lustiger Verkleidung spielen musste. Weil es den deutschen Teams nicht an spontanen und kreativen Ideen fehlte, war schnell ein passendes Outfit gefunden: alle Spieler trugen marienkäferartige Kappen - weiße Kappen mit großen roten Punkten - und wer wollte, hatte sich noch einen Bikini der Damen ausgeliehen, der kurzerhand über das Trikot gezogen wurde. Im Gegenzug trugen die Colonials rosa Perücken und Strumpfhosen. Bei diesem Spiel stand zwar nach wie vor der Sport im Vordergrund - aber sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer war der Anblick etwas Besonderes! Obwohl die Colonials das Spiel dominierten, zeigten unsere Männer die beste Leistung des gesamten Turniers.

Während sich das Herren- und Mixed Team vergnügten, bereiteten sich die Damen auf das Spiel um Platz 3 vor. Angefeuert von den übrigen Spielern zeigten die Damen auch hier wieder Höchstleistung - leider hat es gegen die ebenso starke Schottische Mannschaft nicht gereicht, so dass die deutschen Damen den stolzen vierten Platz erreichten. Zwar war einige Minuten nach Spielende die Enttäuschung bei einigen Spielerinnen nicht wegzureden - doch nach tobendem Applaus und vielen Ehrungen der deutschen Team-Kollegen überwiegte schon kurz nach Spielende der Stolz wieder, für das Deutsche Team angetreten zu sein.

Nach Spielende ging es dann zurück ins Hotel, wo die Vorbereitungen für die Abschlussfeier getroffen wurden. Auch hier hatten sich die SpielerInnen im Voraus abgestimmt und wollten in einheitlicher Montur das Heimatland präsentieren. Auf der Kleiderordnung stand schwarze Kleidung, erweitert um einen roten Schal oder Krawatte und abgerundet mit einem einheitlichen goldenen Hut. Durch diese schwarz-rot-goldene Kombination war das deutsche Team eindeutig zu identifizieren! Das einheitliche Aussehen wurde durch zahlreiche gemeinsame Tanzeinlagen abgerundet - die Stimmung erreichte damit ihren Höhepunkt! Man konnte in den zwar müden, aber dennoch fröhlichen Gesichtern der SpielerInnen erkennen, dass jeder froh und stolz war, ein Teil dieser Mannschaft zu sein! Der Abend fand ein spätes Ende und am Montag traten die Spieler ihre Heimreisen an. Jeder war müde - aber keiner hätte auf die vielen Erlebnisse und den großen Spass der letzten Tage verzichten wollen!

Für die EM in zwei Jahren war man sich einig: der Spass-Anteil ist zu halten und der spielerische Erfolg kann in den kommenden 2 Jahren weiter ausgebaut werden. Aber dadurch sind regelmäßige Trainingscamps und Turniere garantiert - und so wusste jeder, dass der bevorstehende Abschied nur von kurzer Dauer sein wird.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 05. August 2009 um 13:41 Uhr